Durch das Klima in die Stadtverwaltung

Aufgrund des Wettbewerbes, Jugend dreht am Klimawandel, der sich mit der Klimaanpassung der Stadt Boizenburg befasst, bin ich auf die Idee gekommen mein Praktikum bei der Stadt Boizenburg im Fachbereich Bau und Ordnung im Bürgerhaus zu absolvieren. Auf ziemlich spontane und persönliche Nachfrage, habe ich Beatrice John während einer Ideenbörse zum Wettbewerb angesprochen. Und sie sagte mir, dass diese Option bestimmt realisierbar sei.

Sonderpreis abgestaubt

Kurz vor Beginn meiner Praktikumszeit kontaktierte Frau John mich telefonisch, um mir mitzuteilen, dass unser Projekt (PV für Boizenburg) die Jury dermaßen begeisterte, dass diese uns einen Innovationspreis ausstellte. Da nutzte ich die Chance während meines Aufenthaltes und informierte mich über Einzelheiten bezüglich Formalien, wie anstehende Genehmigung und mögliche Problematiken, in ständiger Kooperation mit den freundlichen Kolleg*innen im Fachbereich.

Ein vielseitiges Team mit vielen Aufgaben

Innerhalb der Woche erhielt ich einen umfangreichen Einblick ins Aufgabenfeld der Kolleg*innen, das sich als enorm vielseitig herausstellte, was man zunächst überhaupt nicht ahnen kann, solange man vorher nicht mit jemanden Erfahrenen darüber spricht – oder es selbst erlebt, wie in meinem Fall. Ich bekam ein umfassendes Programm am Montag, nachdem ich zur schülerfreundlichen Zeit 8:30 das Büro betrat. Im Anschluss stellte mich Frau John in den Teams vor, wobei mir jede*r der anwesenden Kollege*innen, seine/ihre eigene Arbeitsaufgaben und, die bereits erwähnte Aufgabenvielfalt, präzise erläuterte. Ab diesem Moment verabschiedete sich meine Vorstellung, vom eher statischen Büroalltag, der nur gleichbleibende Anforderungen stellt.

Darauf ergab sich mir schnell im Einzelgespräch, dass ich wenige Erwartungen an den Tag hatte, da ich noch damit zu kämpfen hatte, dass meine Anschauung vom Beruf  binnen kürzester Zeit widerlegt wurde. Zumindest fiel es mir schwer irgendwelche Vermutungen in Form von Erwartungen an das Praktikum zu stellen. Dank der hohen Bereitschaft allzeit helfen zu wollen, stellte sich der Umgang und Kontakt zu den Kolleg*innen als leicht und sehr angenehm heraus. Hiervon profitierte ich direkt vom ersten Augenblick an, weshalb sich sofort eine grundsolide Arbeitsatmosphäre entwickelte. Zu meinen Gunsten erhielt ich rasch meine ersten Aufgaben, die mich von Mal zu Mal mehr forderten, was ich als sehr attraktiv empfand.

Mein Arbeitsplatz und meine Aufgaben

Verständlicherweise benötigt man als Verwaltungsfachangestellter einen Computer, Laptop o.ä., nur besaß ich selbst sowas wie einen Laptop nicht. Kurzer Hand fand ich mich in meinen eigenen Büroraum wieder. In diesem wunderbaren Raum, der mehr Fenster aufwies als die meisten anderen, verbrachte ich die Woche über eine Menge Zeit damit Dokumente zu erarbeiten und sie zu analysieren.

Eine Menge Zeit ging auch drauf, im Aufrag von Frau John, Zeitung zu lesen, natürlich aus Recherchezwecken! Das Ziel war, den Medienspiegel des Projekts für das Kalenderjahr 2019 zu erweitern. Hierzu sollte ich Unmengen Zeitungen zum Thema Umwelt, Wasser, Gemeinwohl, Natur Mobilität und besonders zu PLATZ-B durchforsten und diese Artikel scannen. Obwohl dies eher langweilig klingt – was es auch nach einiger Zeit ist, keine Sorge – erfährt man allerlei Dinge die mir zu 110% verwehrt geblieben wären, da ich keine Zeitung lese.

Um den Tag abwechslungsreich zu gestalten, fing ich an, eine PowerPoint Präsentation zu erstellen, mit der wir unserer Projekt „PV für Boizenburg“ beim Unternehmerfrühstück vorstellen können, um es mögliche Investoren schmackhaft zu machen das Vorhaben finanziell zu unterstützen. Während der gesamten Woche erlangte ich ständig neue Ansichten und hilfreiche Informationen zu dem geplanten Unterfangen von den fachkompetenten Mitarbeiter*innen bezüglich der Bauart und der möglichen Orte. Beim Unternehmerfrühstück soll es uns idealerweise gelingen mit Hilfe von Verbesserungsvorschlägen und Fachwissen, den ursprünglichen Plan zu optimieren, um eine Realisierung wahrscheinlicher werden zu lassen. Im Allgemeinen war ich beeindruckt wie universell mich jede*r beraten konnte.

Ebenfalls hilfreich war mein Interview, dass ich mit Frau Schiller, der Stadtarchitektin führte. So erfuhr ich von ihr, wo unser PV Unterstand am Besten aufgestellt werden kann und was es braucht, um umgesetzt zu werden. Nach dem reichlich theoretischen Gespräch, sahen wir uns die Standorte vor Ort an und stellten gemeinsam das Potential oder die Schwächen fest, die man auf gewöhnlichen Karten nicht erkennen kann. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse komplettierte ich nun unsere Präsentation.

Ganz schön viel, in kurzer Zeit

Neben den Tätigkeiten zum Wettbewerbsprojekt, nahm ich auch andere Aufgaben in Angriff. Wie eingangs erwähnt, ist das Aufgabenfeld enorm riesig und wenn man zudem die Tatsache betrachtet, dass ich für einige Kolleg*innen Dinge recherchierte, analysierte und mir selbst Sachen erschloss, so liegt es nahe, dass ich mich unmöglich auf ein Feld spezialisieren konnten.

Mit den vielen Tätigkeiten und den vielen zuvorkommenden Kolleg*innen war meine Prakitkumswoche zwar durchaus kurz, aber unglaublich sinnvoll. Ursprünglch war ich sehr abgeneigt diese Woche in die Ferien zu verlegen, aber am Ende war es nicht anders zu managen.

Über den fördernden/fordernden Zeitraum bleibt mir ausschließlich die Sinnhaftigkeit solch eines Praktikums zu beteuern, weil es jeden ungemein voran bringt. Egal ob man schon sicher ist was man mittelfristig werden möchte, wie es bei mir die Sachlage ist, oder ob man keinerlei Vorstellungen hat. Ein Praktikum dieser Art kann ich wärmstens empfehlen und rate Jede*r sich mal mindestens darüber zu informieren. 

Schlussendlich bleibt mir nur noch ein GROSSES Dankeschön auszusprechen.

Paul Nehls

1 Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden

  • Vielen herzlichen Dank für die tolle Einschätzung der Unterstützung im Fachbereich Bau und Ordnung ! Mit Paul hatten wir einen überdurchschnittlich aufnahmefähigen und interessierten jungen Mann an der Seite, der durch seine freundliche Art von jeder/m Kollegin/en gern Informationen und Erläuterungen über ihre/seine Arbeit erhielt. Alles Gute für die Zukunft ! D. Poltier

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